Das Sakrament der Heiligen Taufe

Das Sakrament der Heiligen Taufe
Was ist die Taufe?
Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefaßt und mit Gottes Wort verbunden.

Was gibt oder nützt die Taufe?
Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöst vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten.
(Martin Luther, Kleiner Katechismus)
 
Das Christsein beginnt mit der Taufe. Dort spricht der Dreieinige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist, sein Ja zum Menschen. Vom Empfang der Heiligen Taufe soll niemand ausgeschlossen werden. Darum werden in unserer Kirche alle Menschen getauft, die darum bitten. Oft wird die Taufe an Säuglingen gespendet, aber auch immer mehr Erwachsene suchen den christlichen Glauben und finden dort ihr geistliches Zuhause. Der christliche Glaube gibt Halt und eröffnet einen neuen Lebenshorizont.
 
Das Sakrament der Heiligen Taufe - Was ist das?
Jesus Christus hat die Taufe eingesetzt. So heißt es in Matthäus 28, 18-20: „Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Christus selbst hat der Kirche den Auftrag gegeben von seiner Liebe allen Menschen weiterzusagen, die Völker zu lehren und zu taufen.
 
Die Taufe erfolgt mit Wasser auf den Namen des Dreieinigen Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Heilige Taufe ist eines der Sakramente in der Evangelisch Kirche.
 
Als Sakrament versteht man eine heilige Handlung,
  • die von Jesus Christus eingesetzt ist,
  • die eine Verheißung der Gnade Gottes in sich hat
  • und ein sichtbares, bzw. spürbares leibliches Zeichen bei sich hat.
 
So haben wir in der Evangelischen Kirche zwei Sakramente: Die Heilige Taufe und das Heilige Abendmahl.
  • Beide sind von Christus eingesetzt,
  • Beide haben die Verheißung der Gnade in sich
    • Taufe Mk. 16,16 „Jesus Christus spricht: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“
    • Abendmahl Mt 26,28 „Jesus Christus spricht: Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“
  • Beide haben ein sichtbares Zeichen: Bei der Taufe ist es das Wasser, beim Abendmahl Brot und Wein.
 
„Accedit verbum ad elementum, et fit sacramentum.“
„Kommt das Wort zum Element, wird daraus das Sakrament“
(Martin Luther in Anlehnung an den Kirchenvater Augustinus)

Wer kann getauft werden?
Grundsätzlich gilt das Angebot Gottes allen Menschen, den Säuglingen und den Erwachsenen, den Jungen und den Alten, den Ausländern und den Einheimischen. Alle Völker, alle Menschen, sollen durch die Heilige Taufe zu Gottes Kindern werden.

Wer handelt in der Taufe?
Durch den Pfarrer handelt der Dreieinige Gott an dem Menschen, der getauft werden soll.
 
Warum taufen?
Wir Menschen, vom Säugling bis zum Greis, stehen in einer unheilvollen Schicksalsgemeinschaft, aus der wir aus eigener Kraft nicht herauskommen. Es ist wie ein Virus, das wir in uns tragen. Die Bibel und in Folge dessen auch unsere Bekenntnisschriften bezeichnen es als Auflehnung Gott gegenüber. Wir räumen ihm nicht den Platz in unserem Leben ein, den er eigentlich haben müsste und geben ihm nicht die Ehre. Vielmehr neigen wir lieber zum Bösen, sind von Gott abgewandt. Darum wird dies auch die Hauptsünde genannt. Das sagt uns Gottes Wort. Von selbst verstehen wir das nicht. Es geht bei dieser eben beschriebenen Hauptsünde also nicht nur um bewusste Schuld und Sünde, sondern um die Grundeinstellung Gott gegenüber, die wir in unserem Wesen haben. Sie lässt sich mit dem Verstand nicht erkennen; weder kann dies ein Säugling noch ein Erwachsener. Gottes Wort allein sagt es uns.
 
Was geschieht in der Heiligen Taufe?
Das Neue Testament spricht an vielen Stellen von der Heiligen Taufe und beschreibt unterschiedliche Gesichtspunkte:
-  Der Täufling wird von neuem geboren (Titus 3,5)
-  Der Täufling bekommt das, was Jesus Christus am Kreuz für getan hat, geschenkt (Römer 6,3-11)
-  Der Täufling wird in die Gemeinde Jesu Christi - der Kirche - eingegliedert (1. Korinther 12,13)
-  Der Täufling sieht Christus wie einen wärmenden Schutzmantel an (Galater 3,27)
-  Der Täufling erhält Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes (Apg 2,38)
 
In der Heiligen Taufe handelt der Dreieinige Gott umfassend und ganzheitlich. Es beginnt ein neues Leben und ewiges Heil wird geschenkt. Darum ist die Taufe auch eine zweite Geburt. Mit der ersten, leiblichen Geburt werden wir Erdenbürger, Mitglieder einer Familie, mit der zweiten Geburt werden Bürger im Reich Gottes und Glied der christlichen Kirche mit Schwestern und Brüdern im Herrn.
 
In der Taufe Gott eine lebendige Verbindung ein, die nicht einmal der Tod zerstören kann. Denn durch die Taufe sind die Mächte, die Chaos ins Leben bringen: Sünde, Tod und Teufel, gebändigt und besiegt. Auch wenn sie immer wieder versuchen Macht zu bekommen, haben sie keine letztgültige Chance mehr, weil wir Gottes Kinder sind. Andere Mächte haben da keinerlei Ansprüche mehr anzumelden. So schenkt uns der Dreieinige Gott Vergebung der Sünden, Erlösung vom ewigem Tod und dem Teufel, und schenkt uns Gotteskindschaft und ewiges Leben.
 
Leben aus der Taufe!
Wie in einer freundschaftlichen Beziehung oder in der Ehe, will die lebendige Verbindung zwischen Gott und dem Täufling gepflegt werden. Pflegen wir Menschen untereinander Freundschaften nicht, zerbrechen sie. Gott möchte die Verbindung zum Menschen pflegen. Diese Verbindung muss allerdings auch von unserer Seite aus mit Leben gefüllt werden. Ein Christ kann niemals für sich allein bestehen. Es gibt in Wirklichkeit kein „privates Christentum“. Der Christ braucht die Gemeinschaft des Gottesdienstes, der Kirche und der Gemeinde. Dietrich Bonhoeffer sagt: „Das Wort das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen! Das Evangelium ist ein Wort, das hilft, das aufrichtet, tröstet und heilt.“
Wird ein brennendes Holzscheit aus dem Feuer genommen und an die Seite gelegt, geht es aus. Ohne die Gemeinschaft mit Jesus Christus und den Glaubensgeschwistern geht auch das Feuer des Glaubens aus und verlischt. Auch als Christen fallen wir immer wieder zurück in Schuld gegenüber unserem Mitmenschen und Sünde gegenüber Gott.
Als Getaufte haben wir in der Taufe ein sicheres Schiff in den Wogen und Wellen dieser Welt. So gilt es immer wieder zurück zur Taufe zu kommen – das ist die Beichte. Jesus Christus zieht uns durch die Beichte wieder ins sichere Boot der Taufe zurück.
 
Wie oft taufen?
Grundsätzlich wird die Taufe nur einmal gespendet. Eine Wiedertaufe ist nicht möglich. Denn in der Taufe handelt Gott. Wird jemand „noch einmal“ getauft, spricht er damit Gott sein Wirken in der Taufe ab.

Wann taufen?
Die Taufe sollte nicht zu lange aufgeschoben werden, sondern möglichst früh nach der Geburt erfolgen.

Ich würde gerne als Erwachsener getauft werden. Was ist zu tun?
Wir freuen uns, wenn Sie sich taufen lassen wollen. Vor der Taufe ist ein Taufunterricht zu absolvieren. Die wesentlichen Inhalte des Glaubens werden dort erläutert und erklärt. Nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Pfarramt auf. Der Pfarrer wird Ihnen die weiteren Schritte erläutern.

Wo wird die Taufe vollzogen?
Die Taufe wird in der Regel in der Kirche in einem Gemeindegottesdienst vollzogen. In besonderen Ausnahmefällen kann die Taufe auch in einem eigenen Taufgottesdienst gefeiert werden.

Welche Möglichkeiten der Mitwirkung haben wir im Rahmen der Taufhandlung?
Sie können in Absprache mit dem Pfarrer einen Taufspruch aus der Bibel aussuchen. Ebenso ist es möglich Tauflieder aus dem Evangelischen Gesangbuch auszusuchen, die im Gemeindegottesdienst gesungen werden können. Weiter können Sie eine Taufkerze für Ihr Kind gestalten und zur Taufe mitbringen oder ein so genanntes Taufkleid. Dann ist es auch möglich den Taufstein mit Blumen zu schmücken.
Zudem gibt es verschiedenen kleine „Aufgaben“ im Taufgottesdienst:
a) Vorstellung des Täuflings mit wenigen Sätzen
b) Nennung des Namens des Täuflings bei der Taufe
c) Halten des Täuflings über das Taufbecken (bei kleinen Kindern)
 
Wird bei einem Konfessionswechsel erneut getauft?
Nein! Wenn die Taufe im Namen des Dreieinigen Gottes mit Wasser vollzogen wurde. Die Taufen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), der römisch-katholischen Kirche, der orthodoxen Kirchen, der anglikanischen Kirche u.a. ACK-Kirchen werden anerkannt. Fragen Sie gerne im Pfarramt.

Was ist eine Nottaufe?
Eine Nottaufe erfolgt bei Lebensgefahr bei einem Menschen, der noch nicht getauft ist. Jeder Christ darf diese Nottaufe vollziehen, wenn kein Geistlicher rechtzeitig herbeigerufen werden kann. Hierbei hat die Taufe mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu erfolgen. Die Nottaufe wird gespendet mit den Worten: Ich taufe dich – Name des Kindes – im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Hierbei wird der Kopf dreimal mit Wasser begossen. Eine vollzogene Nottaufe ist dem zuständigen Pfarramt zu melden, damit Kontakt zu den Eltern hergestellt, die Taufe der Gemeinde bekannt gegeben und die Taufe im Taufbuch vermerkt werden kann.

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