Im Porträt

Ilka und Daniela

 Liebe Ilka und liebe Daniela, Ihr werdet Euch im Juni in St. Jacobi das Jawort geben. Seid Ihr schon aufgeregt?

Daniela: Ja, wir freuen uns schon sehr!

Ilka: Natürlich - und da wir ja rechtlich erst seit Oktober letzten Jahres heiraten dürfen, heiraten wir ja zum ersten Mal.

Was verbindet Euch mit der St. Jacobi-Kirche?

Ilka: Ich lebe im Einzugsgebiet der Gemeinde, nicht weit von der St. Jacobi-Kirche entfernt. Aufgrund meiner Schichtarbeit war ich bisher aber nur zu den Feiertagen Ostern und Weihnachten mit meinen Eltern in den Gottesdiensten. Die St. Jacobi-Kirche gefällt mir sehr gut, und ich bin froh, Mitglied der Gemeinde in Kreuzberg-Mitte zu sein. Etwas ganz Besonderes ist für mich der Kirchturm. Der wunderschöne Campanile erinnert mich an meine Urlaube mit meinen Eltern in Italien.

Daniela: Seit vier Jahren gehöre ich nun auch zur Gemeinde und war öfter mit Ilka und ihren Eltern im Gottesdienst der St. Jacobi-Kirche.

Seit wann lebt Ihr in Kreuzberg?

Ilka: In Kreuzberg lebe ich seit dem Jahr 2002. Aufgewachsen bin ich in Eisenhüttenstadt. Dort war ich ein festes Mitglied der Jungen Gemeinde, sang im Chor und wollte auch mal Katechetin werden, was aufgrund geringer Ausbildungskapazitäten aber nichts wurde. Dann habe ich eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin im Diakonissenhaus in Teltow gemacht. Von dort aus zog ich 1992 nach Berlin. In Neukölln oder Wedding hatte ich aber keinen Kontakt zu den Gemeinden.

Daniela: Ich bin vor vier Jahren nach Kreuzberg gezogen. Ursprünglich komme ich aus Charlottenburg. Aber schon mit zwei Jahren bin ich nach Friedenau gezogen. In der Gemeinde zum Guten Hirten am Friedrich-Wilhelm-Platz besuchte ich den Kindergottesdienst, dann kam die Zeit in der Mädchenschar, und natürlich der Konfirmandenunterricht.

Habt Ihr ein Lieblings-Kirchenlied?

Ilka: Meins ist „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ von Dietrich Bonhoeffer. Das lieb ich so sehr. Das habe ich schon in der Jungen Gemeinde fleißig gesungen, und es begleitet mich durch das Leben. Gerade wenn es mal schwierig ist, hilft es mir. Da heißt es: „Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Daniela: Ich finde ja das „Danke“ so schön: „Danke für diesen guten Morgen. Danke für jeden neuen Tag. Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.“ Und ein Kinderlied, das ich in der Mädchenschar gerne sang: „Zwischen Jericho und Jerusalem.“ Das war in der Mundorgel die Nummer 51. Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter in einem Lied - das fand ich immer toll! In der letzten Strophe heißt es: „Zwischen Lebensanfang und -ende liegt der Weg der Barmherzigkeit. Und man braucht bereite Hände auf dem Weg der Barmherzigkeit. Sag, willst du vorübergehen? Sag, lässt du den anderen allein? Sag, willst du die Not nicht sehen? Wem kannst du der Nächste sein? Komm, sei bereit, geh den Weg der Barmherzigkeit!“

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Daniela: Das war an der „Rainbow-Flame“ am Potsdamer Platz im Februar 2014. Die Rainbow-Flame, also Englisch für Regenbogen-Flamme, war eine Mahnwache, die während der olympischen Winterspiele als Gegenstück zur olympischen Flamme in Sotchi stehen sollte. Sie wurde von der internationalen Initiative „Enough is Enough - Open Your Mouth“ organisiert. Mit der Mahnwache sollte auf die Verfolgung von Homosexuellen in Russland aufmerksam gemacht werden. Dort war zu dem Zeitpunkt ein „Gesetz gegen Homo-Propaganda“ erlassen worden, das die Jagd auf Homosexuelle legalisierte. Mit der Mahnwache machten wir auf die Verfolgung von Homosexuellen in Russland und in über 76 weiteren Ländern aufmerksam.

Ilka: Für die Mahnwache wurden freiwillige Helfer gesucht. Die Aufgabe war, die Flamme stundenweise, aber über den gesamten Zeitraum der olympischen Spiele hinweg, zu bewachen und als Ansprechpartner vor Ort zu sein. Wir waren jeweils immer zu zweit oder zu dritt. Bei dieser Wache lernten wir uns in den weniger besuchten Nachtstunden mitten auf dem Potsdamer Platz kennen.

Wohin gehen die Flitterwochen? 

Ilka: Nach Dänemark, in Danis zweite Heimat!
Daniela: Nordjütland, um genau zu sein!
Ilka: Dort ist Dani schon als Kind immer hingefahren, da hat ihre Mama später hin-geheiratet, wir waren auch schon mit Danis Mutter gemeinsam da. Es liegt am Meer - und es gibt leckeres Softeis!

Liebe Ilka, liebe Daniela, ich danke Euch für das Gespräch!

Das Interview führte Pfarrer Christoph Heil.

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